Erweiterung der Technischen Versuchs- und Forschungsanstalt am Campus Technikerstraße Innsbruck


Zeitraum: 2024

Ort: Innsbruck

Programm: Forschung / Bildung (Prüfhalle, Labore)

Grösse: 2.100m2 BGF

Auftragsart: EU-weit offener, anonymer, einstufiger Realisierungswettbewerb

Auftraggeber: Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Preis: 3. Bewertungsdurchgang, (31 Einreichungen)


Architektur: Stefan Jos Architektur / Lukas Ingold Architektur GmbH

Team: Stefan Jos (Leitung), Lukas Ingold


Visualisierung:

Modellbau: Steck Modellarchitektur


Fachplaner: tragwerkspartner zt gmbh (Tragwerksplanung), studio boden (Landschaft)




Der Neubau greift die städtebauliche Rhythmik des bestehenden „Campus Technik“ auf und führt sie nach Osten fort. Die bestehenden rechteckigen Baukörper mit variierenden Abmessungen in Nord-Süd-Ausrichtung werden durch den Neubau ergänzt, der entlang der gesamten östlichen Länge des Bauplatzes direkt an das bestehende Laborgebäude anschließt. Der Neubau umfasst ein größeres Volumen im Süden und ein kleineres im Norden, wobei die beiden Volumen als zusammenhängendes Gebäude wahrgenommen werden. Das größere Volumen schafft eine Verbindung zu den großformatigen Baukörpern im Westen (z. B. Labor, Hörsaaltrakt Ost, Fakultät für Technische Wissenschaften), während das kleinere Volumen im Norden durch seine geringeren Abmessungen einen Bezug zu den maßstäblich kleineren Baukörpern im Osten herstellt. Die unterschiedlichen Volumina spiegeln zugleich die Funktionen wider: Im größeren Volumen befindet sich die Prüfhalle, im kleineren der Laborbereich. Um dem großen Volumen eine angemessene städtebauliche Präsenz zu geben, greift es in den Funktionsbereich des Laborbereichs ein, vergrößert sich und harmonisiert dadurch das städtebauliche Ensemble.

Auch die Breiten der Baukörper variieren, sodass in der nordöstlichen Bauplatzecke ein großzügiger Freiraum entsteht. Dieser Platz, ausgestattet mit Bäumen, Bänken und Fahrradstellplätzen, akzentuiert die städtebauliche Erscheinung aus nördlicher Richtung von der Technikerstraße und markiert den Kreuzungspunkt der Nord-Süd- und Ost-West-Durchwegung.

Da der Neubau entlang der gesamten verfügbaren Länge an das bestehende Laborgebäude angebaut wird, bleibt an der östlichen Grundstücksgrenze parallel zur Nord-Süd-Straße ein 3,20 m breiter Streifen frei. Dieser Streifen führt nördlich im Bereich des niedrigeren Gebäudevolumens in den oben genannten Platz. Er dient einerseits als „Vorzone“ für die Zufahrt und Anlieferung zur Prüfhalle sowie den Personenzugang (Laborbereich und Allgemein) und andererseits als aufwertender Grünstreifen für das Areal.

Die Freiflächen sind als Ruderalflächen gestaltet, mit Wildstaudenbeeten sowie Bäumen in Kiesbeeten und schattigen Sitzgelegenheiten. Neben Aufenthaltsbereichen für MitarbeiterInnen fungieren sie als Retentionsflächen und fördern die Biodiversität. Zudem sind diese Flächen unterhaltsarm.

Die Zu- und Ablieferzone ist präzise im Bereich des bestehenden Außenlagers positioniert und bildet eine Ost-West-Achse zwischen diesem, der neuen Prüfhalle und dem bestehenden Laborgebäude am aktuellen Tor. Eine weitere Achse verläuft in Nord-Süd-Richtung und verbindet den neuen Laborbereich, die neue Prüfhalle und den Ausgang zum bestehenden Laborhof. Der Neubau fügt sich als rechteckiges Volumen in das Ensemble des „Campus Technik“ ein. Das großzügige, nach Norden orientierte Sheddach bleibt von außen aus der Menschenperspektive verdeckt und verweist subtil auf das bestehende Sheddach des Laborgebäudes von „Arch. Prachensky & Heiss“.

Durch die Fortführung der städtebaulichen Struktur des „Campus Technik“, die präzise Anordnung der Baukörper und Außenräume sowie die funktionale und gestalterische Integration in die Umgebung verliert der Ort seinen Hinterhofcharakter.