Neubau Volksschule Stattegg
 

Zeitraum: 2024

Ort: Stattegg

Programm: Bildung / Sport

Grösse: 2.700m2 BGF

Auftragsart: EU-weit offener, anonymer, einstufiger Realisierungswettbewerb

Auftraggeber: Gemeinde Stattegg

Preis: 3. Bewertungsdurchgang, Top 10 (79 Einreichungen)
 

Architektur: Stefan Jos Architektur

Team: Stefan Jos, Guillermo Pérez García
 

Visualisierung:

Modellbau: Schnüriger Modellbau, Cedric Zogg
 

Fachplaner: GU-Baumanagement GmbH (Baumanagement), Wörle Sparowitz Ingenieure ZT GmbH (Statik/Brandschutz), studio boden (Landschaftsarchitektur), TBH Ingenieur GmbH (Haustechnik)




Da derzeit eine zukünftige Erweiterung in Form einer Aufstockung um ein Cluster (vier Klassen) angedacht ist und die genaue Größe des Turnsaales noch nicht feststeht, muss der Entwurf flexibel sein, um diese Veränderungen selbstverständlich und ohne negative Auswirkungen aufnehmen zu können. So erscheint im vorliegenden Entwurf für die neue Volksschule Stattegg eine mögliche Aufstockung um ein Geschoß im südwestlichen Bereich als selbstverständlich. Unabhängig von der Größe des Turnsaales bleibt die funktionale und vor allem städtebauliche Konfiguration unverändert.

Der Entwurfsansatz der "Flexibilität" zeigt sich auch in der Wahl der Tragstruktur (vorgefertigte Skelettbauweise), der klaren Trennung von Tragwerk und Ausbau, der Platzierung von Horizontalaussteifungen in der Fassadenebene sowie einem hohen Maß an Modul- und Fertigteilbauweise. Dies ermöglicht Erweiterungen (z.B. Aufstockungen), interne Anpassungen (Sanierungen und Umbauten) und schafft eine hohe Nutzungsflexibilität. Diese Überlegungen maximieren die Lebensdauer des Gebäudes und tragen somit zu einer ausgezeichneten Ökobilanz bei.

Durch die „aufgeschobene“ Form des zweigeschoßigen Baukörpers fügt sich dieser selbstverständlich in die Topografie ein und schafft darüber hinaus auf beiden Geschoßebenen qualitätvolle Außenräume um das Gebäude. Der dadurch entstehende „Vorplatz“ im Südosten auf Höhe des Erdgeschoßes dient einerseits als klare Adresse für die „Neue Volksschule Stattegg“ und tritt andererseits in Dialog mit dem Dorfplatz, erweitert diesen und fungiert als verbindendes „Gelenk“ zwischen Bestehendem und Zukünftigen. Zusätzlich wird durch die „aufgeschobene“ Form eine dem Ort und der Typologie angemessene städtebauliche „Körnung“ erzeugt.

Neben den oben genannten Ansätzen liegt ein weiterer Schwerpunkt des Entwurfs auf den Außenräumen und Freiflächen. Eine Durchlässigkeit der Außenräume durch vielfältige Durchwegungsmöglichkeiten wird ermöglicht. Präzise verortete Außensportflächen, die in Kombination mit den Sitzstufen Teil der Topografie sind, fungieren vor allem außerhalb der Schulzeiten als zusätzliches verbindendes Element (Volksschule, zukünftiger Kindergarten, zukünftiger Wohnbau und bestehende Umgebung) im Zentrum des zukünftigen Gesamtareals. 

Die Natur soll nicht an der Gebäudekante enden. Eine einfache vertikale Fassadenbegrünung kleidet das Gebäude je nach Jahreszeit unterschiedlich ein. Neben dem architektonischen Ausdruck, den Schatten spendenden und kühlenden Eigenschaften soll den Kindern dadurch die Bedeutung und Schönheit der Natur nähergebracht, quasi „vor Augen geführt“ werden.

Das Innere des Gebäudes orientiert sich im Wesentlichen um ein offenes zentrales Stiegenhaus. Eine spielerisch begehbare Stiege verbindet die Geschoße und schafft Adressen für die beiden Cluster. Dieses „Zentrum“ erzeugt im Obergeschoß klar die zwei Cluster-Bereiche, fungiert jedoch vor allem als verbindendes Element. 

Durch Oberlichter gelangt Nordlicht in das Gebäude, das Gebäude kann belüftet und entraucht werden. Das zentrale Stiegenhaus funktioniert als Gelenk im Gebäudeinneren, gleich wie der neue Schulvorplatz im Außenbereich als ‚Gelenk‘ zwischen dem bestehenden und dem zukünftigen Gesamtareal fungiert